Beschreibung
PHILIPP die Maus Ausgabe 1 / 2026
Es wird wieder mehr gebastelt in den Familien, und das ist in jeder Hinsicht erfreulich – besonders wenn Eltern mitspielen und hilfreich mitbasteln. Das beginnt mit dem Training von Feinmotorik im Umgang mit Stift, Schere und Kleber und dem routinierten Zusammenspiel von Auge und Hand, Gesichts- und Tastsinn. Denn selbst einfache Basteleien entstehen nicht irgendwie, sondern folgerichtig Schritt für Schritt. Das Erfassen von Formen und Abläufen, natürlich auch der geschickte Umgang mit den Werkzeugen und Materialien wird spielerisch gelernt und geübt.
Nicht weniger wichtig: Beim Basteln erschaffen Kinder etwas, was es zuvor so nicht gegeben hat – ein tief greifendes Erlebnis. Sie eignen sich spielerisch und probeweise die Welt an, indem Sie die Dinge anfassen – erfassen –, sie auf bestimmte Weise behandeln und so die Zusammenhänge „begreifen“. Interessanterweise weisen schon diese Begriffe auf die unmittelbare Verbindung von Denken und Handeln hin.
Was Kinder beim Basteln erfahren, erleben und lernen, entspricht übrigens ganz und gar dem Ideal des großen Bildungsreformers Wilhelm von Humboldt, das heute so aktuell ist wie vor 200 Jahren. Humboldt verstand Bildung als umfassende Entfaltung der persönlichen Fähigkeiten und Talente. Seiner Auffassung nach bedeutet das für ein Kind schon in den ersten Lebensjahren, „so viel Welt als möglich zu ergreifen und so eng, als es nur kann, mit sich zu verbinden“.
Demzufolge ist das Elternhaus die erste und vielleicht auch wichtigste Bildungseinrichtung. Lasst uns also basteln – gerne auch mit den Ideen und dem Bastelbogen, den wir jeder Ausgabe unseres Kindermagazins beilegen.